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Alarmübung in Kranenburg an der Oste

 

Kranenburg, Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten, LK Stade, 21.06.2018.

Am Donnerstagabend präsentierte sich bei starkem Wind, wechselhaften Wetter und in großartiger Naturkulisse die Flusslandschaft der Oste bei Kranenburg als perfekte Bühne für einen vermeintlich dramatischen Rettungseinsatz.

 

Als die Ortsfeuerwehr Kranenburg um 18.17 Uhr über Funkmeldeempfänger und Sirene alarmiert wird, um einem manövrierunfähigen Boot auf der Oste zu Hilfe zu eilen, ahnen die freiwilligen Helfer noch nicht, dass dies der Beginn einer großangelegten Rettungsübung ist.

 

Beim Bootsanleger Kranenburg an der Oste wird den ersten eintreffenden Feuerwehrkräften gemeldet, dass das Naturerkundungsboot Püttenhüpper, das von Hechthausen-Klingt seine touristischen Touren startet, nach einer Kollision mit einem im Fluss treibenden Baumstamm in Schräglage geraten ist und beim Aufprall etwa 15 Passagiere in die Oste gestürzt sind und diese seitdem vermisst werden.

 

Aus der vermeintlich kleinen Hilfeleistung entwickelte sich somit plötzlich ein großes Schreckens-Szenario, das das Eingreifen einer Vielzahl von Helfern erforderlich macht.

Schnell wird über die Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in Stade-Wiepenkathen Verstärkung angefordert, während sich die ersten Suchtrupps der Feuerwehr am Flussufer auf die Suche nach den über Bord gegangenen Bootsinsassen machen.

 

Das Terrain am Kranenburger Oste-Ufer stellt die vielen Rettungskräfte, die nach und nach von überall her aus dem Kreis Stade eintreffen, vor größere Herausforderungen.

 

Einerseits dicht mit Schilf bewachsene Uferböschungen an den Schleifen der meandrierenden Oste und dazwischen die naturbelassenen Bereiche, die sogenannten Pütten, die bei Hochwasser überschwemmt werden und bei Niedrigwasser allenfalls von Booten mit extrem wenig Tiefgang befahren werden können.  

 

Kinder und Jugendliche der Jugendfeuerwehr Hechthausen und Mitglieder vom DRK Oldendorf, die von der Truppe der realistischen Notfalldarstellung als Verletzte geschminkt wurden, liegen über mehrere Kilometer verteilt und schwer auffindbar in den Uferbereichen und warten auf ihre Retter.

Bei einer Strömung, die auf der Oste eine Geschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde entwickeln kann, hätten sich selbst erfahrene Schwimmer bei einer Notlage erst weit ab vom ursprünglichen Unglücksort  mit Mühe ans Ufer retten können.

 

Ersthelfer von den AED-Gruppen der Feuerwehren aus Kranenburg, Hagenah und Oldendorf durchkämmen mit Feuerwehrkameraden aus Brobergen und Blumenthal die zugewachsenen Uferbereiche nach den gestrandeten Boots-Passagieren.

 

Währenddessen eilen die Feuerwehrboote aus Burweg und Gräpel auf dem Fluss herbei, um von der Wasserseite die versprengten Schiffbrüchigen zu suchen.

Vom havarierten Püttenhüpper steigen nun auch noch Rauchschwaden auf und weisen den Bootsbesatzungen den Weg zur Unglücksstelle.

Den ersten Verletzten kann die Burweger Bootsbesatzung vom Havaristen retten und zum 

Kranenburger Anleger bringen, wo ihn AED-Einsatzkräfte zur Erstversorgung in Empfang nehmen.

 

Einheiten der DLRG von den Wachen Buxtehude und Stade mit ihren Bezirks-Führungskräften und die DRK-Kreisbereitschaft mit Kräften von den Wachen Drochtersen, Buxtehude und Stade sowie die Tauchergruppe der Stader Feuerwehr treffen mit Booten, Kranwagen und umfangreicher Ausrüstung am sonst so beschaulichen Kranenburger Deichabschnitt ein, um die Feuerwehrkräfte bei der Rettungsaktion zu unterstützen.

 

Am Aussichts-Pavillon auf dem Deich richteten die AED-Einheiten und die Teams vom DRK eine Verletztensammelstelle ein und versorgen und betreuen die Verletzten, die von den Such- und Rettungstrupps herantransportiert werden.

 

Im Bereich der großflächigen Pütte sind ein DLRG-Boot und die Taucher im Einsatz.

Nach Auffinden einer vermissten Person, in Gestalt einer lebensgroßen Übungspuppe, wird diese mit Hilfe eines aufblasbaren Rettungsstegs ans Ufer gebracht und Feuerwehrleuten zum Weitertransport übergeben.

Über eine Strecke von etwa vier Kilometern verteilt sind mittlerweile gemischte Gruppen von diversen Hilfsorganisationen zu Fuß, zu Wasser und mit Fahrzeugen im großflächigen Rettungseinsatz zwischen Kranenburg und Brobergen an der Oste im Einsatz.

 

Der Aussichtspavillon am Oste-Deich gleicht einem kleinen Open-Air-Hilfslazarett.

Statisten mit dramatisch aussehenden Verletzungen liegen auf Tragen und werden nach allen Regeln der Kunst von  Helfern des Roten Kreuzes und der Feuerwehr betreut.

 

Nach etwa zwei Stunden sind alle Vermissten gefunden, registriert, versorgt und verarztet.

 

Bei einer ersten spontanen Manöverkritik gab der Kranenburger Ortsbrandmeister, Übungsplaner und Einsatzleiter Marcel Brandt den Akteuren Einblicke in das Übungskonzept:

„Wir haben diese Einsatzübung deswegen so ausgearbeitet, da die Baumstämme, die in der Oste schwimmen, ein massives Problem darstellen und auf der Oste auch ein hohes Verkehrsaufkommen besonders an warmen Tagen herrscht.
Es waren und sind schon viele Boote aufgrund dessen in sehr kritische Situationen gekommen.

Ein gutes Beispiel ist das Feuerwehrboot der Ortswehr Gräpel, welches im Frühjahr 2016 nach einer Einsatzfahrt aufgrund eines Baumstammes umgekippt ist und drei Kameraden vermisst wurden, welche wir Gott sei Dank schnell wieder retten konnten.“

 

Der Püttenhüpper ist, abgesehen von seiner dramatischen Rolle als ‚Unglücksdampfer‘ im Drehbuch der Rettungs-Übung, in der Hochsaison täglich mit bis zu zwölf Fahrgästen je Fahrt auf der Oste unterwegs.

Für dieses Boot sowie alle anderen Boote und Schiffe mit ihren Besatzungen auf der Oste müssen die erstellten Rettungskonzepte im Notfall in die Tat umgesetzt werden.

Für diese Notfälle, die hoffentlich nie eintreten mögen, müssen die Wasserretter vorbereitet sein und dazu diente auch diese Groß-Übung in Kranenburg.

 

Gemeindebrandmeister Malte Gooßen und Marcel Brandt stuften die Zusammenarbeit der verschiedenen Hilfsorganisationen bei dieser Groß-Übung als sehr gut ein. Erste Erkenntnisse, die zu einer Verbesserung der Kommunikation führen können, wurden an Ort und Stelle gewonnen und vermerkt.

Ein besonderer Dank ging an die rund zwanzig Statisten, die sich als Verletzte zur Verfügung gestellt hatten und den Ferienpark Geesthof in Hechthausen-Klint, der sein Passagier-Boot mit Crew zur Verfügung gestellt hatte. 

 

Beeindruckt von der Effektivität und tatkräftigen Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, DLRG und DRK zeigte sich auch Gemeindebrandmeister Malte Gooßen, der die Statisten und Einsatzkräfte nach diesem ereignisvollen Abend mit seinen Dankesworten in den wohlverdienten Feierabend verabschiedete.

 

 

 

 

BETEILIGTE:

 

Feuerwehren

AED Hagenah

AED Oldendorf

Oldendorf

AED Kranenburg

Kranenburg

Burweg mit Boot

Blumenthal

Brobergen

Gräpel Boot

 

 

DLRG

Wachen Stade

Wache Buxtehude

Führungsdienst DLRG Bezirk Stade

 

DRK Kreisbereitschaft Stade

Realistische Notfalldarstellung (RND):   (Schminktruppe )

Wache Stade

Wache Drochtersen

Wache Buxtehude

Kreisbereitschaftsleiter

 

Statisten

Jugendfeuerwehr Hechthausen

DRK Bereitschaft Oldendorf

 

 

 

 

 

 

Fotos:  Herkunft: Rolf Hillyer-Funke / Feuerwehren SG Oldendorf-Himmelpforten

 

Ort: Oste zwischen Kranenburg und Brobergen, Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten

 

Datum: 21. Juni 2018

 

Fotos: Einsatzkräfte verschiedener Rettungsorganisationen und Statisten der Jugendfeuerwehr Hechthausen und vom DRK Oldendorf bei der Wasserrettungs-Übung im Bereich Kranenburg an der Oste.

 

 

Text: Rolf Hillyer-Funke, Pressebeauftragter Feuerwehren Samtgemeinde Oldendorf - Himmelpforten

 

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